Darf man das?!


Nur Andere, VIPs oder Fachpersonen dürfen

Wenn ein Sterne Koch aus „Gwunder“ und Recherche einen Tausendfüssler isst, um zu schmecken und erleben wie sie sind, weil im südamerikanischen Urwald Ureinwohner diese essen, ist das dann verwerflich?!


Wenn ich also an eine BDSM-Party gehe, um zu sehen wie die Menschen da ticken, darf ich das?!

Ich habe selbst keine sadistischen, masochistischen oder andere Erfahrungen aus dieser Szene. Aber ich guck‘ mir das alles nun das erste Mal an.



Vorurteile und Ängste

Es gibt da keine Massenorgien. Ich werde nicht wahllos geschlagen… Die Menschen auf in Lederriemen und Latex sind nett. Sie sehen dass ich ein „Newbie“ bin. Sie respektieren die Wünsche des Gegenübers. Vielleicht sogar mehr als manche(r) in der 08/15-Beziehung…



Ich habe so viele Anfragen und echte Klienten mit den teils verrücktesten Vorlieben… Wenn ich (einen Teil) erlebt habe, kann ich sie besser verstehen. Ich bin ein glaubwürdigerer Coach/Therapeut und kann sie in ihrem Thema besser unterstützen.

Nein, ich werde nicht alles ausprobieren oder alles toll finden müssen, was die Menschen die mich kontaktieren Fan von sind.



Darf ich diesen Ausflug in die Welt des Lack und Leders nun ins Internet posten?!

Wer darf über mich urteilen?!


Nur ich - und mein Kind!


Wenn mein Sohn sich später von mir distanzieren sollte, dann ist das SEINE Wahl. Wenn er in der Schule gehänselt wird, dann unterstütze ich ihn dabei, mental so robust zu werden, dass er mit Weichheit entgegnet. Denn sind wir ehrlich: Lästern werden viele über mich, aber interessiert (und meist stumm) ZUSCHAUEN was Marina Deluca alias Erotik-Coach alles macht, tun auch die, die ihren Kindern später sagen „dein Klassenkamerad hat eine seltsame Mutter...“.


Bekannter Weg

Ich selbst wurde in der Kindheit als „Bastard“ beschimpft und durfte nicht mit allen Kindern spielen. Meine Mutter hatte den Sektenführer, dem sie als Kind ausgeliefert war, während er sie jahrelang auf brutalste Weise erniedrigte, vergewaltigte und noch schlimmeres mit ihr tat, hinter Gitter gebracht. Ich weiss, wie es ist, von den Eltern meiner Schulkollegen für Taten meiner Mutter ausgegrenzt zu werden - egal ob sie den Sektenführer unschädlich gemacht hatte, oder ob sie ein Faible für ältere Männer hatte (wunderts?!).

Bin ich deswegen auf den "Pfad der Erotik-Aufklärung" gekommen?! Nein. Meine Kindheit hatte nichts mit Sexualität zu tun. Das war alles vor der Zeit meiner Kindheit. Ich war nie in einer Sekte. Abgesehen davon, dass wir die einzige unehelichen Kinder im Dorf waren, waren wir wie alle anderen. Nur die Eltern der Schulfreunde sahen das manchmal anders...




Voyeurismus ist in jedem

Alle wollen zusehen, wollen wissen „wie wars an der Party?!“...

Wenn ein Journalist diese Erfahrung macht, ist es okay. Aber (vielleicht) nicht, wenn es die Mutter des Schulgspändlis im Dorf macht… Ist nicht DIESE Haltung VERRÜCKT?!

Dabei könnten meine Bekannten mich fragen „Wie war es? Warum tust du das? Warum Social Media?!…“ Bei einem Journalisten können sie diesen nicht persönliche fragen. Bei mir schon. Ich bin da. Ich bin echt. Ich bin authentisch. Ich bin ansprechbar.



Zukunft

Ich wünsche mir, dass mein Sohn später Mal sagt „ja meine Mam hat spezielle Sachen erlebt, aufrüttelnde Posts und Fotos ins Internet gestellt… Aber sie hatte die Eier ihrer Passion zu folgen. Die Gesellschaft aufzurütteln, ihnen „die andere Seite“ der heuchlerischen Medienwelt zu zeigen. Ihren Klienten zu helfen und sich selbst ein Bild zu machen und nicht nur vom Hören, zu Glauben.

Meine Mam war im Alltag eine ganz normale Mutter. Meine Mam liebt mich. Meine Mam ist und bleibt meine Mam.“



Die Zukunft wird zeigen, was die Gesellschaft über Sexualität denkt. Die Zukunft wird zeigen, wie mein Sohn zu mir steht. Die Zukunft wird zeigen, ob ich am letzten Tag meines Lebens sagen kann „ich habe das Richtige auf die passende Weise gemacht. Ich habe gelebt!“.

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